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"Trump ist der 'erfolgreichste' US-Präsident – jedenfalls finanziell"


Wie misst man eigentlich Erfolg, vor allem bei Präsidenten? Man könnte Wirtschaftswachstum nehmen, soziale Stabilität, Bildung, Lebenserwartung, vielleicht auch militärische Erfolge. Alles messbar, alles irgendwie unfair zu vergleichen, weil jede Epoche andere Brände hat. Und dann gibt es noch Trumps vermutetes Lieblings-KPI: Vermögen. Also wenn man Erfolg einfach mal in Dollar misst – und Donald Trump scheint genau das zu tun – dann ist die Sache klar: Trump ist der erfolgreichste Präsident der US-Geschichte. Mit großem Abstand.

Klingt absurd? Schauen wir uns die Zahlen an.

Vermögen im Vergleich

die Minimalisten

(von links nach rechts) Abraham Lincoln, Calvin Coolidge und Woodrow Wilson Es gibt einige Präsidenten, die Im großen Vergleich mit rund 1 Million Dollar oder weniger am untersten Ende der Liste stehen:

Abraham Lincoln (1861–1865), Calvin Coolidge (1923–1929) und Woodrow Wilson (1913–1921) um nur ein paar Namen zu nennen. Das sind sozusagen die Minimalisten der Macht: erst Weltpolitik, dann genügsamer Ruhestand. (Quelle)

Die bekannten Mittelfeld-Millionäre

Ein paar Zahlen, damit man ein Gefühl kriegt: (von links nach rechts) - Jimmy Carter (1977–1981): ~7 Mio. - Barack Obama (2009–2017): ~7 Mio. - George W. Bush (2001–2009): ~50 Mio. - Bill Clinton (1993–2001): ~55 Mio. (viel davon nach der Amtszeit: Bühne, Buch, Bankett)

Historische Multimillionäre

links Thomas Jefferson rechts George Washington Thomas Jefferson (1801–1809): ~212 Mio. George Washington (1789–1797): stattliche ~525 Mio.

Zur Einordnung, warum Washington und Jefferson so weit oben sind: Weil sie bereits zu Lebzeiten enormen Landbesitz hatten, der durch versklavte Menschen äußerst ertragreich bewirtschaftet wurde. George Washington besaß bis zu seinem Tod über 300 solcher Arbeitskräfte, Thomas Jefferson, der Verfasser der Unabhängigkeitserklärung, hielt zeitweise sogar mehr als 600 Menschen in Unfreiheit. Land und Sklaverei waren damals das, was heute Tech-Aktien oder Großkonzerne sind: die Grundlage massiver Vermögensbildung. Beim Hochrechnen über zwei Jahrhunderte mit Inflation landet man schnell in heutigen Multimillionen-Regionen. Obwohl die wirtschaftlichen und moralischen Rahmenbedingungen völlig andere waren. (Quelle)

Der Sonderfall

John F. Kennedy (1961-1963) JFKs Vermögen meint ihn allerdings nicht als Einzelperson, sondern praktisch die „Kennedy-Familien-Welt“. Primär durch Immobilien und Finanzgeschäfte; dennoch waren auch viele Kennedys in drei Generationen ebenso politisch sehr aktiv. Ergebnis: ~1 Milliarde Dollar. (Quelle) Wenn man sich nur die nackten Zahlen anschaut, merkt man schnell: Verarmt ist im Oval Office wirklich niemand. Viele kamen schon reich rein, viele wurden später reicher – durch Buchdeals, Vorträge, Beratungsjobs, Stiftungen und den ganzen Aftershow-Zirkus. In Washington ist der Ruhestand kein Lebensabend, sondern ein Geschäftsmodell.

Und ja: Die Werte sind in der InsideGov-Auswertung inflationsbereinigt, in heutige Dollar.


Im Vergleich zu Trump wirkt das alles wie Kreisliga


Trump behauptete in altbekannter Überheblichkeit vor seinem ersten Amtsantritt, er besäße „9 Milliarden Dollar“ – Beobachter hingegen schätzten es damals eher auf ca. 4 Mrd., also knapp die Hälfte. (Forbes)

Heute ist er längst in der Champions League der Milliardäre angekommen: Forbes sah ihn im September 2025 bei rund 7,3 Milliarden Dollar. (Forbes)

Und jetzt zum „Wie“, also zu dem Teil, bei dem man sich fragt, ob Interessenkonflikt in den USA mittlerweile als Sportart gilt: Dabei wirken seine Immobiliengeschäfte wie ein Nebenverdienst. 7,8 Millionen Dollar aus 20 ausländischen Regierungen (unteranderem Russland), die über Trump-Businesses geflossen sein sollen, sind laut Bericht vermutlich nur ein Ausschnitt. (Oversight) (Reuters)

Der eigentliche Hebel: Präsidentschaft als Marken-Turbo, plus Deals aus dem Ausland. Um ein paar Beispiele zu nennen: - geschenkte Jumbojets (Tagesschau) - der Trump-Krypto-Coin ($TRUMP) - Und dann noch der 500-Millionen-Deal wenige Tage vor der Amtseinführung 2025: Eine von einem hochrangigen Mitglied der Herrscherfamilie der VAE unterstützte Investmentfirma kaufte 49 % eines Trump-Familien-Krypto-Start-ups („World Liberty Financial“). Rund 187 Millionen Dollar flossen direkt an Firmen der Trump-Familie. Kurz darauf erleichterte seine Regierung den Export fortschrittlicher US-Technologie – darunter KI-Chips – in genau diese Region, nachdem solche Lieferungen zuvor aus Sicherheitsgründen gebremst worden waren. Diese könnten am Ende über Umwege wieder nach China durchsickern. Nationale Sicherheit: Fehlanzeige. (Reuters)

Forbes beschreibt den Sprung auf 7,3 Milliarden auch als Präsidentschafts-Boost.

Das sieht von außen nicht nach „Business as usual“ aus, sondern hat den Beigeschmack von politisch aufgeladener Bestechung, ohne dass man es juristisch so nennen muss.

Unterm Strich: Trump ist mit Abstand der reichste Präsident. Er ist so reich, dass er mehr Vermögen auf die Waage bringt als alle anderen 44 Präsidenten vor ihm zusammengerechnet.

Um genau zu sein: gut 3x so viel (alle zusammen ca. 2,4 Mrd. Dollar)

Das ist schon eine Performance. Da wird „Erfolg“ plötzlich sehr einfach zu definieren.

Fazit

Es lässt die Vermutung nahe liegen, dass es Trump nie primär um die Bedürfnisse der US-Bevölkerung oder des Staats ging. Sondern um eine interne Agenda, maximal vermögend zu werden – und diese Agenda wirkt, sagen wir mal, erstaunlich konsequent umgesetzt.

In dieser Perspektive ist Donald J. Trump tatsächlich der erfolgreichste US-Präsident, der je gelebt hat.

Doch was sehen wir eigentlich?



Einzelinteressen wie im Fall Trump nehmen wir längst fast routiniert hin. Politik und persönlicher Vorteil – man hat sich daran gewöhnt, dass die Grenze verschwimmt. Und im Kleinen ist es nicht anders. Lobbyismus ist Teil des Spiels. Banken werden gerettet. Konzerne stabilisiert. Für Vermögende gibt es Zugänge und Lösungen.

Geht es um die Interessen vieler, beginnt das Abwägen. Geht es um die Interessen weniger, beginnt das Handeln.

Trumps Bereicherungslogik ist nur das Extrem. Sie macht sichtbar, was strukturell längst normal ist: Menschen sehen sehr genau, wer Einfluss hat – und wer nur zählt, wenn er gebraucht wird.

Solange Entscheidungen ohne uns funktionieren, bleibt unser Wort Randnotiz. Fehlen Mehrheiten, wird plötzlich an die Kraft der Gemeinschaft erinnert.

Das wirkt nicht wie Repräsentation. Das wirkt wie Nutzung.

Und Politikverdrossenheit? Sie braucht keine Verschwörung. Sie entsteht, wenn Menschen merken: Sie werden gerufen, wenn Mehrheiten fehlen – aber vergessen, wenn Entscheidungen fallen. Wer nur bei Bedarf zählt, hört irgendwann auf, sich einzubringen.

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